Neuzeit & Historie

Daten zu Resse & Resser Mark

StadtteilGröße in km²Bevölkerung gesamtWeiblichMännlichHaushalte
Resse 6,51 km² 11 419 5 911 5508 5640
Resser Mark 6,40 km² 3 5201 71618042074

Quelle: Stadt Gelsenkirchen Stand: 30.06.2015

Resse

*Der dörflich geprägte Stadtteil Gelsenkirchen-Resse, der sich durch seinen geschlossenen, rundum von Wald-, Wiesen- und Ackerflächen umgebenen Ortskern von den übrigen Gelsenkirchener Stadtteilen unterscheidet, liegt im Nordosten der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen. Westlich grenzt er an die Waldgebiete Löchterheide und Westerholter Wald, südlich an das Waldgebiet Resser Mark und im Osten an die Hertener Mark.
Durch Resse fließen der Knabenbach und der Sienbeckbach. Des Weiteren entspringt in Resse der Holzbach. Resse liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Bauerschaften Eckeresse (N) und Surresse (S), die, wie auch die angrenzenden Gelsenkirchener Stadtteile, zum vestischen Buer gehörten.
Resse grenzt an folgende Nachbarstadtteile: Gelsenkirchen-Buer (West) – Gelsenkirchen-Erle (Südwest) – Resser Mark (Süd) – Herten-Südwest (Südost) – Herten-Mitte (Ost) – Herten-Westerholt (Nord)
* Quelle Wickipedia Deutschland

Resse 18.07.2014 - Quelle Medienarchiv © Stadt Gelsenkirchen

Resser Mark

*Der Stadtteil Resser Mark im Osten von Gelsenkirchen ist nach der Heide- und Waldlandschaft Resser Mark benannt, die sich südöstlich an die alten Bauerschaften Buers anschließt. Sie wird nach Osten durch die Hertener Mark fortgesetzt. Den Kern des heutigen Stadtteils bildet eine Ende der 1930er Jahre, im Emscherbruch östlich von Erle und südlich des Dorfes Resse, entstandene Siedlung.
Resser Mark grenzt an folgende Nachbarstadtteile: Gelsenkirchen-Erle (westlich) – Gelsenkirchen-Resse (nördlich) – Herten-Südwest (östlich) – Herne-Unser Fritz (südöstlich) – Gelsenkirchen-Bismarck (südlich)
*Quelle Wickipedia Deutschland

Durch die Geschichte des Stadtteils Resse

Geschrieben, und zur Verfügung gestellt, vom Resser Heimatforscher Carl Heinrich Lueg. Dieser Artikel wurde 1990, in dem Buch des Heimatvereins Gelsenkirchen-Buer: Auf Straßen und Wegen durch die Geschichte des Stadtteils Resse, veröffentlicht.

Der Stadtteil Resse, wie wir ihn heute vor uns haben, nämlich als geschlossene, dicht bebaute Wohnsiedlung, existiert in dieser Form erst seit 100 Jahren, Er entstand, als gegen Ende des vorigen Jahrhunderts das Bergwerk Ewald seinen Betrieb aufgenommen und eine große Anzahl an Arbeitsplätzen geschaffen hatte. Innerhalb der zehn Jahre von 1890 bis 1900 vervierfachte sich die Einwohnerzahl von 722 auf 8000. Diese rasante Entwicklung ging einher mit einem gewaltigen Boom im Tief- und Hochbau. Wie ein Pilz schoß ein stadtähnliches Gebilde mit einem dichten Netz von Straßen und zahlreichen mehrstöckigen Wohnhäusern aus dem Boden heıvor.
Bevor dieses – uns heute vertraute – Resse entstand, war der Ort zwar vorhanden, aber in anderer Form als heute. Er bestand im wesentlichen aus zwei Bauerschaften, die Eckerresse und Surresse hießen. Der ihnen gemeinsame Name Resse (ältere Formen: Raedese, Redse, Redze) läßt sich urkundlich belegen (z.B. in Güter- und Abgabeverzeichnissen der Abtei Werden oder des zum Stift Xanten gehörenden Oberhofes Dorsten) seit dem 11. Jahrhundert. Die beiden Bauerschaften wurden im Süden von den nahezu unbewohnten, aber ausgedehnten Gebieten der Resser Heide und Resser Mark, die weit in die Emscherniederung hineinreichten, gesäumt.
In Eckerresse entstanden die ersten Höfe am Quellmühlenbach, der westlich des heutigen Hofes Prüsener (Böningstraße) entspringt, in Surresse auf einem Quellgrund, der sich vom Stadtwald bis zum Lindgenhof (heute Drießen) erstreckt und teilweise vom Leyther Mühlbach durchflossen wird. Zwischen diesen Hof-Ansammlungen (Drubbe/n) lag das Resser Feld. Es reichte von der Löchter Heide im Westen bıs an die Aue des Holzbachs im Osten. Wegen seiner Lage und Bodenqualitat eignete es sich für den Anbau von Brotfrucht und bildete somit die Existenzgrundiage der ersten Siedler. Bis heute hat das Resser Feld seine ursprüngliche Gestalt weitgehend bewahren können. Schon bald nach der Urbarmachung – vermutlich im frühen Mittelalter – wurde das Resser Feld unter den Siedlern aufgeteilt. Ein Wegenetz ermöglichte die Zufahrt zu den Flurstücken und schuf darüber hinaus eine Verbindung nach Buer wo die für die Resser Bauern zuständige Pfarrkirche (Patrozinium St, Urbanus) lag, sowie zu Nachbarorten wie z.B. Herten und Westerholt oder den umliegenden Adelssitzen wie z. B. Haus Grimberg und Haus Leythe. Der Weg, der nach Buer führte, hieß bei den Leuten Kirchweg oder auch St. Urbanusweg.

ev. Paulus Kirche, Marktplatz, Hertener Straße // FS I 00107 ISG © Stadt Gelsenkirchen

Als man um die Jahrhundertwende die ersten Straßen anlegte, benutzte man einen Teil der alten Wege als Trassen. Man kann dies feststellen, wenn man Straßenkarten aus den Jahren 1994, 1922, 1899 und 1842 mit der ältesten erhaltenen Wegekarte aus den Jahren 1822/23 vergleicht. Die erste Phase eines intensiven Straßenbaus begann in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts und fand ihr Ende im 1. Weltkrieg (1914 -1918). Manche Projekte, z. B. die Fertigstellung der evangelischen Pauluskirche sowie die Streckenlegung für eine Straßenbahnlinie von Resse nach Buer, konnten noch während des Krieges, zum Teil mit Hilfe von Kriegsgefangenen, durchgeführt werden. Wenn man die beiden Karten von 1899 und 1922 miteinander vergleicht, ist man erstaunt, wie grundlegend sich das Siedlungsbild des Ortes Resse im Verlaufe von gut 20 Jahren verändert hat. Eine weitere Veränderung solchen Ausmaßes in so kurzer Zeit hat es seither in Resse nicht mehr gegeben.

Erst Ende der 20er Jahre begann eine zweite Ausbauphase, die allerdings viel unbedeutender war als die erste. Um diese Zeit wurden auf den Feldfluren rund um den Ortskern sogenannte Verkoppelungsmaßnahmen durchgeführt. Ursprünglich war das Resser Feld in Flurstücke unterschiedlicher Bodenquaiitàt aufgeteilt, die ihrerseits in Länge- oder Querstreifen parzelliert waren. Dadurch daß Höfe Parzellen auf mehreren Fluren zugewiesen bekamen, wollte man sicherstellen, daß die Anteile an besseren und schlechteren Böden einigermaßen gleich verteilt waren. Die so entstandene Gemengelage von Grundbesitz hatte allerdings den Nachteil, daß die zu einem Hof gehörigen Acker über das Resser Feld zum Teil weit verstreut waren und die Bauern lange Anfahrtswege zurücklegen mußten. Der Fortschritt in der Landwirtschaft erlaubte es mit der Zeit, auch schlechtere Böden erheblich aufzubessern, so daß ein Festhalten an der unbequemen Gemengelage allmählich seinen Sinn verlor. Man nahm daher eine umfassende Neuaufteilung der Fluren vor, die darauf abzielte, den Grundbesitz eines Hofes moglichst zusammenzulegen. lm Zuge solcher Verkoppelungsmaßnahmen entstanden in Resse Ende der 20er Jahre einige neue Straßen, durch die zugleicn auch neues Siedlungsgebiet erschlossen wurde.

Eine dritte Ausbauphase setzte nach dem 2. Weltkrieg (1939 – 1945) ein. Resse ist wahrend des Krieges von Schäden durch Luftangriffe verhaltnismaßig verschont geblieben. Zwar wurden auf den Ort einige Hundert Bomben (Spreng- und Brandbomben) abgevvorfen, und es sind hierdurch auch etwa 50 Menschen ums Leben gekommen, aber im Vergleich zu Nachbarorten wie etwa Scholven, Horst oder Gelsenkirchen-Altstadt hielten sich die Schäden in Grenzen. Soweit es sich um Sachschaden handelte, z. B. zertrümmerte Fensterscheiben oder abgedeckte Hausdächer, so konnten diese meist schnell zumindest provisorisch behoben werden. Nennenswerte Einbußen an Wohnraum gab es jedenfalls nicht. Dennoch trat bald nach dem Kriege eine spürbare Wohnungsnot ein. Sie wurde ausgelöst durch den Zustrom von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen aus den Ostgebieten des ehemaligen Deutschen Reiches. Unter dem Druck dieser Not, aber auch gefördert durch öffentliche Subventionen wie z. B. die Maßnahmen des Sozialen Wohnungsbaus, entstanden in Resse viele neue Häuser. Stärkere Veranderungen im Siedlungsbild vollzogen sich vor allem am Ost- und Südostrand von Resse, insbesondere durch die Verlängerung der  Middelicher Straße und der Vernetzung des Verlängerungsabschnitts mit bereits vorhandenen Straßen sowie durch die
Auflassung des Geländes zwischen der Schnorrstraße und der Viktoriastraße bzw. Sienbeckstraße.

Die vierte – und vorläufig letzte – Phase der hier skizzierten siedlungsgeschichtlichen Entwicklung steht mit der dritten Phase in einem engen Zusammenhang, bekam aber einen weiteren Anschub durch die Stillegung der Kohlenförderung auf der Schachtanlage Ewald lII und IV. Schon bald nach dem Kriege, nachdem die Reparationsleistungen an die Siegermächte eingestellt worden waren und die Zwangswirtschaft ein Ende gefunden hafie, begann die Zahl der im Bergbau Beschäftigten zu schrumpfen. Der Schrumpfungsprozeß wurde zusätzlich beschleunlgt durch Rationalisierungsmaßnahmen. Um einer regiona!en Massenarbeitslosigkeit vorzubeugen mußten neue Arbeitsplätze geschaffen werden, möglichst durch Ansiedlung von Gewerbebetrieben, die vom Bergbau unabhängig waren. Als dann Ende der 50er Jahre die Kohleförderung in Resse eingestellt wurde, gab es für viele Gebäude und Flächen des ausgedehnten Zechengeländes keine \/erwendung mehr. Man entschloß sich ziemlich schnell dazu, diese freigewordenen Kapazitäten für die Ansiedlung neuer Betriebe – oft in \/erbindung mit Büro- und Wohnhäusern zu nutzen. (Engelbert-, Gerhard- und Ludwigstraße).

Einwohnerzahlen in Resse von 1890 – 1990

Jahr 1890 – 722  Einw. / 1899 – 3000  Einw. / 1910 – 7409 Einw. / 1920 – 13447 Einw. / 1928 – 15315  Einw. / 1973 – 15610 Einw. / 1980 – 14490 Einw. / 1990 – 13241 Einw.

Für die Rubrik Historie suche ich noch ganz viele Bilder aus der Vergangenheit. Alle Bilder werden, wenn gewünscht, mit Copyright versehen.

Kino Reklame in der 1950er Jahren für das Cafe Schlautmann in der Ewaldstraße

Cafe Schlautmann in der Ewaldstraße 38